Mittwoch, 11. Januar 2017

ABKLANG

Tschüss 2016.
Hallo zurück auf diesem blogdingens.
Ich lieb' den Schnee und meinen momentanen sonnigen Winter, deshalb soll dies nicht als sentimentales Erinnern an Wärme verstanden werden, sondern wollt' ich bloß jene Bilder aus 2016 ab dem späten Sommer loswerden, die ich noch nicht veröffentlicht habe und die dieses Jahr hiermit auch abschließend würdigen sollen. Für mich war's sehr groß- durch Abitur, plötzlicher Rollenlosigkeit, Studentenlebenstart und volljähriger Mündigkeit. Ebenso weil es wegen guter Musik und Konzerten, Kunst und Wachsen, allumfassend Wachsen, aus allen Nähten platzte. 
Hiermit ein herzliches Danke an Zeit und an's Älterwerden. Noch nie hab ich mich konstant so frei gefühlt.

P.S. Bestimmt erinnert ihr euch, aber nochmal ein Anstoß: Ein drittes Mal in Folge habe ich Zettelchen in einem Marmeladenglas gesammelt von Momenten, in denen die Lebendigkeit einen überrumpelt oder schwerelos macht. Auf ein Neues. Tu es auch, lieber Leser. Tu's einfach. Und wenn wir schon bei Imperativen sind: Auch generell. Mach's. Mach einfach alles, was du zwar machen willst, aber (...). Einfach machen. 


Spätsommer
Die Spirale als ewige Kreisbewegung ist sympathisch. Ein Anfang, aber nie ein Ende.
Der Himmel, in dem ich nach nächtlichem Schwimmen eine Sternschnuppe sah.

Das mir verbundenste Tier auf der Welt und die beste Bar auf der Insel.


Herbst

Als vieles Neues begann und die Natur sich orange färbte.
Und eines Morgens ein Sepia-Filter auf der Welt lag.

Winter

Ja, ich bin dann auch mal 18.
Innerpeace an Heiligabend.
Bei Minusgraden in Gummistiefeln in den See spazieren.

Sonntag, 30. Oktober 2016

SEPTEMBER

Es ist viel Zeit vergangen. Es gibt zwar kein "Wow, ich hätte dich fast nicht erkannt."- Wiedersehen mit der Virtualität, aber zumindest ein "Ohje, um die vergangenen Monate aufzuarbeiten, müsste ich in etwa dreihundert Anekdoten und fünf Entscheidungen illustrieren."-Wiedersehen. Ich belasse es dabei, dass ich euch mal wieder auf diesem Blog begrüße und hoffe, dass sich alle wohlfühlen, da, wo ihr gerade steht. Also so im Leben. Oder auch dort, wo ihr euch gerade lesend vor einem Bildschirm befindet. 
Ich hoffe, ihr befindet euch. Ich hoffe, ihr findet euch. Ich hoffe, ihr sucht euch. Und mit einem kleinen, zufälligem Wortspiel ist man plötzlich bei einem interessanten Aspekt der Definition und Entwicklung des Ichs. Ob wir uns finden können, finden, suchen oder kreieren. In meinen letzten Gesprächen am Lagerfeuer über Persönlichkeitsentstehung und so weiter bin ich mehrmals auf einen Glauben an totale Determinierung unseres Ichs gestoßen- als Produkte der Umwelt, Raum und Zeit. Psychologisch ist dieser Ansatz ziemlich glatt. Aber es gibt ein großes Aber. ich störe mich gewaltig daran, dass man durch diese Vorbestimmung und Passivität an Mündigkeit verliert. Ich glaube, das ist alles, was uns Menschen von den anderen Tieren unterscheidet- eine Persönlichkeitsreflexion. Wir schauen uns im Spiegel an, realisieren, wie viele andere Tiere, dass das Stoffliche vor uns uns gehört, aber darüber hinaus können wir auch in uns schauen und erkennen, wieso was wie wo warum läuft, reagiert, denkt und damit wiederum die Wahrnehmung bestimmt. Ich glaube auch, dass wir unglaublich abhängig von allem um uns herum geformt und eingeschränkt sind. Selbst, und da bin ich mir ziemlich sicher, wenn wir niemals frei Entscheidungen treffen können, haben wir Zugriff auf eine wunderhübsche, sympathische Metaebene. Die empfehle ich vom Herzen. Es mag unbequem sein, zu bemerken, dass man über sich hinaus denken kann und die Entscheidungen, die man trifft, wirklich einem selbst gehören und die Verantwortung nicht in allem, was dir je passiert ist, liegt. Aber es macht mündig. Ich sag's ganz ehrlich und ohne ausführliche Argumentationsverläufe, denn die beschäftigen mich jetzt genug in meinem Studium: 
Es ist feige, glauben zu wollen, man sei vorbestimmt. Es ist schade drum, nicht in jedem Moment der/die sein zu wollen, der/die man von der Metaebene aus sein will. Man könnte jetzt einwenden, dass der/die, der/die du sein möchtest, ebenfalls das Produkt deiner Umwelt ist. Aber das glaube ich nicht. Bediene dich dieser unkomfortablen Metaebene, die dich über direkte und unterschwellige Einflüsse hinüber schauen lässt, und es wird wohlig komfortabel in deinem Ich, weil du die Wirkung deines Umfelds aufdeckst und damit entkräftet wird. 
Du kreierst dich selbst. Dein Denken und dein Handeln. Ist das nicht unglaublich naiv zu sagen, aber unglaublich verantwortungsvoll zu glauben?
Ich hoffe, ihr kreiert euch. Wie romantisch.

Die Fotos sind zwei Höhepunkte des Septembers. Dazu zählten definitiv auch grandiose Konzerte; der Entschluss am Morgen nach mehreren durchtanzten Nächten, mich für Philosophie zu immatrikulieren; zum ersten Mal einen Zettel in eine Wahlurne zu werfen, im Zug nach Breslau ein bisschen Gebärdensprache zu lernen und und und. 

Breslau. Polens geheime Veganer-Metropole 
und ein interessanter Fleck von Kunst und Kultur, 
den ich auf jeden Fall nochmal besuchen möchte.




Als der Hamburger Bahnhof (Berliner Museum) eine einzige Installation war 
und seine Besucher mystisch verschluckte:


Montag, 25. Juli 2016

MOLDAWIEN - EINFACHHEIT HOCH SIEBZEHN

J
Unterwegs.

Feld Menschenleere Paradies
5-stündiger Ritt auf Strohballen auf einer Karre durch die Wildnis unter der brennenden Sonne bis zum menschenleeren See, 

den man zwar auch innerhalb einer halben Stunde hätte erreichen können, aber der Weg ist das Ziel oder manchmal macht der Weg das Ziel erst heilig. 
Diese Abkühlung, dieses Schwimmen, dieser Ort war für ein paar Minuten das Paradies.

Auto
Wenn man zu fünft auf der Rückbank sitzt.

Ukraine 90er Meer Schwarzes Meer
Über die Grenze in die Ukraine für einen Tag. Über Straßen, die aus mehr Schlagloch als Asphalt bestehen. Das Schwarze Meer ist blau. Lecker blau.

Lauf Gans Brücke Weide Hut Barfuß Gepäckträger Haus Look Hof Weizen Amelie Weizen
Weizen, my love.

Stroh Nachbarn Spiegel Pferd

Einfach, Einfacher, Moldawien. Schwierig, Schwieriger, Moldawien. 
Eine Hand voll unangetasteter Natur, eine Prise Obst pflücken und reinbeißen, eine Tasse Karten spielen, eine Prise Korruption und Armut und Arbeitslosigkeit, eine Prise Gemüse aus dem Garten holen und aufs Weißbrot legen, fünf Prisen Staub,drei Löffel immer mal wieder in Seen springen, ein Stück Familie,sechs Einheiten Psychologie, eine Prise Hitze und Sonnenblumen, zwei Pferde und vier Esslöffel Anstrengung vermischt mit einer ordentlichen Portion Flexibilität, Affinität für Absurdität und Hinnehmen, dann Feldbett und Schlafsack unterheben. Fertig. Fertig sein.